Sicherheitslücke BragJack: Erweiterung kaperte Browser-KI
Sicherheitsforscher der Firma Forever Security haben eine neue Angriffsmethode namens BragJack entdeckt, mit der eine gewöhnliche Browser-Erweiterung die eingebauten KI-Assistenten von fünf populären Browsern übernehmen konnte.
Betroffen waren laut den Berichten Google Chrome mit Gemini, Microsoft Edge, Opera Neon, Perplexity Comet und die Claude-Erweiterung in Chrome. Jeder Nutzer, der einen dieser Browser mit mindestens einer Erweiterung installiert hatte, war laut Forscher Gal Weizman potenziell betroffen.
Anders als bei bisherigen Angriffen mussten die Forscher keine versteckten Befehle in Inhalten platzieren, die die KI liest. Stattdessen nutzten sie eine Konstruktionsschwäche aus: Erweiterungen konnten die Grenze zwischen sich selbst und dem hochprivilegierten KI-Agenten überschreiten und ihm direkt Befehle schicken, bis er sie ausführte.
In einem Beispiel bei Chrome und Gemini konnten die Forscher laut ihrem Bericht sogar Screenshots erstellen, auf lokale Dateien zugreifen und Kamera oder Mikrofon aktivieren, ohne dass Nutzer etwas anklicken mussten.
Die betroffenen Unternehmen Google, Microsoft, Opera, Anthropic und Perplexity bestätigten die Schwachstellen jeweils und zahlten dem Forschungsteam Prämien zwischen 600 und 7.000 US-Dollar. Google und Microsoft vergaben zudem offizielle Sicherheitskennungen für die Lücken.
Nach Angaben der Quellen wurden alle gemeldeten Probleme inzwischen behoben. Wie viele Menschen tatsächlich betroffen waren, bevor die Lücken geschlossen wurden, ist nicht bekannt.
WARUM DAS WICHTIG IST
Der Fall zeigt, dass in Browser integrierte KI-Assistenten weitreichenden Zugriff auf persönliche Daten haben können und dass schon eine harmlos wirkende Erweiterung ausreichen kann, um diesen Zugriff zu missbrauchen.
WAS DU JETZT TUN KANNST
- Installiere nur wenige, vertrauenswürdige Erweiterungen Prüfe vor der Installation Bewertungen und Herausgeber einer Erweiterung. Je weniger Erweiterungen du nutzt, desto kleiner ist die Angriffsfläche für solche Attacken.
- Halte deinen Browser immer aktuell Aktiviere automatische Updates in den Browsereinstellungen. Sicherheitslücken wie diese werden meist mit einem Update geschlossen, sobald sie bekannt werden.
- Entferne nicht genutzte Erweiterungen Schau regelmäßig in den Erweiterungseinstellungen deines Browsers nach und lösche alles, was du nicht mehr brauchst. Jede zusätzliche Erweiterung ist ein mögliches Einfallstor.
- Sei vorsichtig mit KI-Funktionen im Browser Überlege, welche Daten der eingebaute KI-Assistent sehen oder verändern darf, bevor du ihn nutzt. Schalte die Funktion aus, wenn du sie nicht regelmäßig brauchst.