Wie KI den Diebstahl von Zugangsdaten beschleunigt
Die Google Threat Intelligence Group berichtete am 8. September, dass Angreifer ein KI-gestütztes System aus mehreren automatisierten Programmen genutzt haben, um in die Cloud-Infrastruktur einer Organisation einzudringen.
Laut dem Bericht dauerte die gesamte Aktion weniger als sechs Stunden. Dabei wurden tausende Zugangsdaten von Drittanbietern gestohlen, ohne dass viel menschliche Hilfe nötig war.
Die KI übernahm dabei mehrere Aufgaben selbst: Sie suchte nach Schwachstellen, löste technische Probleme und wechselte automatisch IP-Adressen, um nicht entdeckt zu werden.
Laut Microsoft erreichten KI-gestützte Phishing-Kampagnen Klickraten von bis zu 54 Prozent, während klassische Phishing-Mails nur etwa 12 Prozent erzielten.
Nach Angaben von Verizon spielen gestohlene Zugangsdaten bei fast 45 Prozent aller untersuchten Datenlecks eine Rolle. Unit 42 fand heraus, dass Identitätsprobleme in 89 Prozent der von ihnen untersuchten Sicherheitsvorfälle eine zentrale Rolle spielten.
Sicherheitsfirmen wie Specops betonen, dass ein richtiges Passwort allein nicht mehr ausreicht, um echten Zugriff von missbräuchlichem zu unterscheiden – auch das genutzte Gerät müsse geprüft werden.
Offen bleibt, wie stark solche automatisierten Angriffe bereits verbreitet sind und wie gut sich Unternehmen aktuell davor schützen können.
WARUM DAS WICHTIG IST
KI macht es Angreifern leichter und schneller, gestohlene Passwörter in großem Umfang zu nutzen, wodurch das Risiko für alle mit schwachen oder mehrfach verwendeten Passwörtern steigt.
WAS DU JETZT TUN KANNST
- Nutze für jeden Account ein eigenes Passwort Verwende für jede Website ein anderes Passwort, damit ein gestohlenes Passwort nicht gleich mehrere Konten gefährdet. Ein Passwort-Manager hilft dir, dir diese unterschiedlichen Passwörter nicht merken zu müssen.
- Aktiviere die Zwei-Faktor-Anmeldung Schalte bei wichtigen Konten wie E-Mail oder Bank die Zwei-Faktor-Authentisierung ein. Damit reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht mehr aus, um sich einzuloggen.
- Sei bei Login-Aufforderungen misstrauisch Klicke nicht sofort auf Links in E-Mails oder Nachrichten, die dich zur Eingabe deines Passworts auffordern. Öffne die betroffene Seite lieber direkt im Browser und logge dich dort ein.
- Prüfe, ob deine Daten schon geleakt wurden Nutze kostenlose Dienste wie haveibeenpwned.com, um zu sehen, ob deine E-Mail-Adresse in bekannten Datenlecks auftaucht. Wenn ja, ändere sofort das betroffene Passwort.