EU plant Mindestalter für Social Media und warnt vor KI-Hacking
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am 16. September 2026 in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union zwei Themen verbunden: die Gefahr durch immer leistungsfähigere KI-Systeme und den Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken.
Sie warnte, dass in Entwicklung befindliche KI-Modelle Hacking auf einem bisher nicht für möglich gehaltenen Niveau ermöglichen könnten und bald in den Händen von Gegnern landen dürften, die andere Ziele verfolgen als demokratische Staaten. Als Beispiel für die wachsende Sorge vor sich selbst verbessernden Modellen nannte sie einen Vorfall bei Hugging Face, ohne diesen näher zu erläutern.
Als Gegenmittel verwies von der Leyen auf die bestehende EU-KI-Verordnung und kündigte an, mit Partnern wie Kanada und Großbritannien enger zusammenarbeiten zu wollen, um gemeinsame Lösungen für den Umgang mit riskanten KI-Modellen zu finden.
Parallel dazu stellte sie den geplanten 'Kids Act' vor: Kinder unter 13 Jahren sollen künftig gar keine Social-Media-Konten mehr nutzen dürfen, unter 15 Jahren nur noch eingeschränkte, von Eltern überwachte Mini-Konten mit Zeitlimits. Plattformen sollen zudem süchtig machende Funktionen wie endloses Scrollen abschaffen müssen, und die Nutzung von Kinderfotos zur KI-gestützten Sexualisierung soll ausdrücklich verboten werden.
Von der Leyen begründete den Vorstoß auch mit dem Tod der 14-jährigen Olea Orban aus Belgien, die sich nach Cybermobbing auf sozialen Netzwerken das Leben nahm. Sie zitierte die Mutter des Mädchens: 'Ich bin überzeugt, dass meine Tochter noch bei uns wäre, wenn es diese allgegenwärtigen Netzwerke nicht gäbe.'
Offen ist, wie genau die Altersstufen und Zeitlimits am Ende aussehen werden, da die bisherigen Angaben dazu leicht voneinander abweichen, und ob Europaparlament und Mitgliedstaaten dem eigenständigen Gesetzesvorschlag überhaupt zustimmen werden. Auch technische Details zu den geplanten Alterskontrollsystemen sind noch nicht endgültig geklärt.
WARUM DAS WICHTIG IST
Die Ankündigung zeigt, dass die EU sowohl das wachsende Risiko von KI-gestützten Cyberangriffen als auch die Gefahren von Social Media für Kinder als drängende politische Themen einstuft.
WAS DU JETZT TUN KANNST
- Kinderkonten mit Aufsicht einrichten Richte für Kinder unter 15 Jahren, wenn möglich, ein von dir überwachtes Konto mit eingeschränkten Funktionen ein. So kannst du Bildschirmzeit begrenzen und siehst, mit wem dein Kind online in Kontakt steht.
- Fotos von Kindern nicht öffentlich teilen Lade Fotos von Kindern möglichst nicht offen ins Internet, da solche Bilder für KI-gestützte Sexualisierung missbraucht werden können. Teile solche Fotos nur privat mit Personen, denen du wirklich vertraust.
- Geräte und Zugänge regelmäßig aktualisieren Installiere Updates für Handy, Computer und Apps zeitnah, denn viele Sicherheitslücken werden dadurch geschlossen. Nutze außerdem für wichtige Konten ein starkes Passwort und, wenn möglich, eine zusätzliche Bestätigung beim Anmelden.
- Bei Cybermobbing frühzeitig Hilfe holen Sprich mit deinem Kind offen darüber, wenn es online gemobbt wird, und wende dich an Schule, Beratungsstellen oder die Meldefunktion der Plattform. Je früher jemand reagiert, desto besser lässt sich die Situation entschärfen.