Peking weist Kritik von US-KI-Chefs als Angstmacherei zurück
Der Chef des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, hat in einem Essay gefordert, die weltweite Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zu verlangsamen und gleichzeitig Chinas Fortschritt in der KI-Technik gezielt zu bremsen.
China hat diese Forderung als 'Angstmacherei' und 'böswilligen Wettbewerb' zurückgewiesen. Außenamtssprecher Guo Jiakun sagte laut mehreren Medien, alle Seiten sollten stattdessen gemeinsam an einer offenen KI-Entwicklung arbeiten.
Amodei warnte in seinem Text, ein KI-Schwarm könnte innerhalb von sechs bis zwölf Monaten weite Teile des Internets übernehmen, sollten Forschende die Entwicklung nicht bremsen. Andere US-Tech-Chefs wie Sam Altman von OpenAI und Elon Musk äußerten sich unterstützend zu seinem allgemeinen Aufruf.
Zeitgleich veröffentlichte Chinas Geheimdienstchef Chen Yixin einen Artikel, in dem er warnte, ausländische Kräfte würden KI-Modelle wie Claude von Anthropic und GPT-Modelle von OpenAI für einen 'Propaganda- und Kognitionskrieg' gegen die chinesische Führung missbrauchen.
Auch Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatte zuvor gefordert, KI müsse 'stets unter menschlicher Kontrolle' bleiben, und schlug bei einem Gipfeltreffen vor, gemeinsame internationale Regeln für KI zu erarbeiten.
US-Präsident Donald Trump wies unterdessen Rufe nach strengeren Regeln für KI zurück und erklärte, die einzigen nötigen Schutzmaßnahmen seien eine 'starke und kluge' Führung. Ein Treffen zwischen Trump und Xi, bei dem auch KI-Regeln Thema sein sollen, ist für Ende September geplant.
Offen bleibt, wie belastbar die gegenseitigen Vorwürfe zwischen den USA und China tatsächlich sind und ob es zu gemeinsamen Regeln für den Umgang mit KI kommen wird.
WARUM DAS WICHTIG IST
Der Streit zwischen den USA und China über Tempo und Kontrolle der KI-Entwicklung könnte darüber mitentscheiden, wie sicher und wie stark reguliert KI-Systeme künftig weltweit sind.
WAS DU JETZT TUN KANNST
- Quellen politischer KI-Meldungen prüfen Schau nach, ob eine Nachricht von einer Regierung, einem Unternehmen oder einer unabhängigen Stelle stammt. So erkennst du leichter, wessen Interessen hinter einer Aussage stehen.
- Bei KI-'Propaganda'-Vorwürfen skeptisch bleiben Wenn ein Land dem anderen vorwirft, KI für Beeinflussung zu nutzen, prüfe, ob es dafür Belege gibt oder ob es nur eine Behauptung ist. Verlasse dich nicht auf eine einzige Quelle.
- Nicht jede KI-Warnung als sichere Zukunft ansehen Aussagen wie 'KI übernimmt in Monaten das Internet' sind persönliche Einschätzungen einzelner Personen. Sieh sie als eine Meinung unter mehreren, nicht als bewiesene Tatsache.
- Auf seriöse Berichterstattung zu KI-Politik achten Verfolge KI-Politik am besten über mehrere unabhängige Medien statt über einzelne Firmenmitteilungen. So bekommst du ein ausgewogeneres Bild der Lage.