KI-Agentenschwarm attackierte Software in 395 Firmen weltweit
Ende August 2026 setzte ein mutmaßlich russischsprachiger Angreifer laut der Sicherheitsfirma GreyNoise hunderte KI-Agenten ein, um automatisiert nach verwundbaren Installationen der Drucker-Verwaltungssoftware PaperCut im Internet zu suchen.
Nach Angaben von GreyNoise waren mindestens 440 PaperCut-Installationen bei 395 Organisationen in 48 Ländern betroffen. Die Agenten nutzten zwei bekannte Sicherheitslücken aus und versuchten anschließend, in die Windows-Active-Directory-Systeme der Opfer einzudringen.
Besonders auffällig war laut GreyNoise das Tempo des Angriffs: Innerhalb von knapp vier Stunden gelang die erste erfolgreiche Codeausführung bei einem echten Opfer, zwei Stunden später die erste vollständige Übernahme eines Firmennetzwerks. Als die Angriffswelle voll anlief, wurden nach Angaben der Firma mindestens elf Organisationen innerhalb von nur 26 Sekunden kompromittiert.
Die Angreifer wollten laut GreyNoise offenbar bestimmte Länder von der Attacke ausnehmen, was aber nicht durchgängig funktionierte - einige betroffene Organisationen lagen außerhalb der eigentlich verschonten Regionen.
Auch der Technologiekonzern Google warnte nach eigenen Angaben am 8. September, dass fortgeschrittene Angreifer zunehmend eigenständig handelnde KI-Systeme in jede Phase ihrer Attacken einbauen. Laut Kelli Vanderlee von der Google Threat Intelligence Group verschafft dies aktuell vor allem staatlich unterstützten Gruppen einen Vorsprung, doch frei verfügbare KI-Modelle machten diese Fähigkeiten zunehmend auch für andere Angreifer zugänglich.
Offen bleibt laut den Berichten, wie autonom die eingesetzten KI-Agenten tatsächlich handelten und wie stark Menschen im Hintergrund eingriffen. Auch die genaue Identität der Angreifer ist nicht abschließend geklärt.
WARUM DAS WICHTIG IST
Der Fall zeigt, dass KI-Systeme Cyberangriffe deutlich schneller und in größerem Umfang möglich machen, wodurch Unternehmen weniger Zeit zum Reagieren haben.
WAS DU JETZT TUN KANNST
- Für jeden Dienst ein eigenes Passwort nutzen Verwende nicht dasselbe Passwort für mehrere Konten. So bleibt nur ein Konto betroffen, falls eine Firma gehackt wird.
- Zwei-Faktor-Anmeldung aktivieren Schalte bei wichtigen Konten wie E-Mail oder Online-Banking die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein. Dann reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht mehr aus.
- Warnmeldungen von Anbietern ernst nehmen Wenn eine Firma dich über einen Sicherheitsvorfall informiert, ändere sofort das betroffene Passwort. Folge dabei den Anweisungen des Anbieters.
- Geräte und Programme aktuell halten Installiere verfügbare Updates zeitnah, denn Angreifer nutzen bekannte Lücken oft automatisiert und sehr schnell aus.