New York beschlagnahmt 12 Deepfake-Webseiten mit 1.200 Opfern
Die Staatsanwaltschaft von Manhattan hat am Montag die Beschlagnahmung von zwölf Webseiten bekannt gegeben, auf denen gefälschte sexuelle Bilder und Videos von etwa 1.200 Menschen veröffentlicht wurden. Laut Staatsanwalt Alvin Bragg handelt es sich um die bislang größte derartige Aktion in den USA.
Betroffen waren vor allem Prominente und öffentliche Personen: Schauspielerinnen, Politikerinnen, Sportlerinnen, Musikerinnen, Aktivistinnen und Social-Media-Influencerinnen. Die Bilder wurden mit KI so bearbeitet, dass die Gesichter der Betroffenen in sexuelle Szenen eingefügt wurden, oft aus bestehenden Pornofilmen.
New York hat seit 2023 ein Gesetz, das solche gefälschten sexuellen Bilder ausdrücklich unter Strafe stellt. Zusätzlich erlaubt das US-Bundesgesetz Take It Down Act den Behörden, entsprechende Webseiten zu entfernen.
Bragg betonte, dass zwar vor allem Prominente betroffen seien, aber grundsätzlich jeder Mensch Opfer solcher Fälschungen werden könne, etwa im Rahmen häuslicher Gewalt. Er rief Betroffene auf, sich bei der Cyber Crime Bureau der Staatsanwaltschaft zu melden.
Ob auch Bilder von Minderjährigen auf den Seiten waren, ließ Bragg offen und verwies auf laufende Ermittlungen. Laut Recherchen des American Sunlight Project wurden auf mindestens zwei der beschlagnahmten Seiten auch Profile europäischer und US-amerikanischer Politiker mit gefälschten Videos geführt.
Die Aktion reiht sich in mehrere frühere Vorgehen gegen solche Plattformen ein: Im Juni beschlagnahmten das US-Justizministerium und das Heimatschutzministerium bereits zwei ähnliche Domains, und im Mai 2025 wurde die bekannte Plattform MrDeepfakes nach Recherchen mehrerer Medien vom Netz genommen.
WARUM DAS WICHTIG IST
Der Fall zeigt, dass gefälschte sexuelle Inhalte inzwischen ein organisiertes Geschäft mit Millionen Aufrufen sind, das nicht nur Prominente, sondern potenziell jeden treffen kann.
WAS DU JETZT TUN KANNST
- Melde gefälschte Bilder sofort Wenn du gefälschte intime Bilder von dir findest, wende dich an die Polizei oder eine Meldestelle. In New York kann man sich zum Beispiel an die Cyber Crime Bureau der Staatsanwaltschaft wenden.
- Sichere Beweise vor dem Löschen Mach Screenshots oder speichere Links, bevor du eine Seite meldest. So kannst du später nachweisen, wo und wann das Material aufgetaucht ist.
- Nutze Löschanfragen bei Plattformen Viele Plattformen und der Take It Down Act ermöglichen es, gefälschte intime Bilder entfernen zu lassen. Fordere die Löschung direkt bei der Webseite oder über eine offizielle Meldestelle an.
- Schütze deine eigenen Fotos Überlege dir, welche Fotos von dir öffentlich sichtbar sind, denn solche Bilder können für Fälschungen genutzt werden. Stelle private Fotos nur für Freunde sichtbar ein.