US-Kongress reagiert auf KI-Aussterbewarnung eines Forschers
Nach dem öffentlichen Rücktritt des Forschers Jacob Coxon von Anthropic haben sich in dieser Woche mehr als 20 Mitglieder des US-Kongresses für neue oder strengere KI-Regeln ausgesprochen.
Coxon, der zuvor bei OpenAI arbeitete, schrieb in einem Beitrag auf der Plattform X, die Menschen, die KI entwickeln, glaubten selbst, dass sie bis Ende des Jahrzehnts die Menschheit auslöschen könnte. Laut CNBC wurde der Beitrag mehr als 150 Millionen Mal aufgerufen.
Ein im Kongress kursierender Brief fordert Sprecher Mike Johnson auf, die Sommerpause des Repräsentantenhauses zu beenden und die Sitzungen fortzusetzen, bis Schutzmaßnahmen für KI beschlossen sind. Laut Axios verfasste die Abgeordnete Sam Liccardo den Brief, mitunterzeichnet von den Abgeordneten Whitesides, Trahan und Lieu.
Mehrere Gesetzesvorschläge liegen bereits vor, etwa der „Frontier Act“ und der „AI Kill Switch Act“, beide im Juli eingebracht, sowie der im September vorgestellte „Ban Artificial Superintelligence Act“, der eine vorübergehende Pause bei der Entwicklung fortgeschrittener KI-Systeme vorsieht, bis Sicherheitsregeln feststehen.
Abgeordnete Lori Trahan sagte gegenüber CNBC, die überparteiliche Unterstützung habe einen „Wendepunkt“ erreicht, ihr Telefon habe die ganze Woche nicht stillgestanden. Präsident Trump äußerte sich dagegen skeptisch zu Aussterberisiken und betonte, die USA dürften den Wettlauf um KI nicht verlieren.
Laut einer Umfrage des Pew Research Center von August äußerten 52 Prozent der Befragten in den USA mehr Sorge als Begeisterung über den wachsenden Einsatz von KI im Alltag, ein deutlicher Anstieg gegenüber 37 Prozent im Jahr 2021.
Da Kongress und Senat bis zu den Zwischenwahlen im November größtenteils in der Sommerpause sind, ist laut den Berichten unklar, ob es kurzfristig zu einer Gesetzesverabschiedung kommt.
WARUM DAS WICHTIG IST
Eine plötzliche politische Reaktion auf Warnungen von KI-Insidern zeigt, dass Risiken durch fortgeschrittene KI-Systeme inzwischen auch im politischen Mainstream ernst genommen werden.
WAS DU JETZT TUN KANNST
- Viral-Warnungen kritisch prüfen Prüfe, wer eine Warnung veröffentlicht hat und ob seriöse Medien sie bestätigen. Teile Inhalte erst weiter, wenn du die Quelle kennst.
- Offizielle Quellen für KI-Regeln nutzen Verfolge Gesetzesvorhaben über offizielle Seiten von Parlamenten oder etablierten Nachrichtenseiten. So erkennst du, was wirklich beschlossen wird und was nur ein Vorschlag ist.
- Bei Sorgen Abgeordnete kontaktieren Wenn dir Regeln für KI wichtig sind, kannst du per E-Mail oder Brief deine gewählten Vertreter kontaktieren. Das ist ein legitimer Weg, um deine Meinung einzubringen.
- Ruhig bleiben, informiert handeln Lass dich nicht von reißerischen Schlagzeilen verunsichern, sondern informiere dich über mehrere unabhängige Quellen. So triffst du gelassene, gut begründete Entscheidungen.