Microsoft warnt vor KI-gestütztem Rechnungsbetrug per E-Mail
Microsoft hat im August 2026 eine große Betrugswelle mit über einer Million E-Mails entdeckt, bei der sich Angreifer als Firmenchefs ausgaben.
Die gefälschten E-Mails forderten Buchhaltungsabteilungen auf, Zahlungen von fast 50.000 US-Dollar auf betrügerische Konten zu überweisen.
Um echt zu wirken, bauten die Angreifer einen erfundenen E-Mail-Verlauf ein, in dem der angebliche Chef Rechnungen weiterleitet, die scheinbar von der echten Firma ServiceNow stammen. Auch ServiceNow wurde also missbraucht, um die Betrugsmails glaubwürdiger zu machen.
Laut Microsoft betrafen etwa 88 Prozent der Angriffe Ziele in den USA.
Die Forscher fanden Hinweise darauf, dass die E-Mail-Vorlagen mit Hilfe von KI erstellt wurden, etwa durch auffällig einheitliche Strukturen und versteckte Codekommentare. Sie betonen aber, dass sie nicht genau sagen können, wie viel davon tatsächlich von KI stammt.
Ein Sicherheitsexperte der Firma Swimlane erklärte, KI mache bestehende Betrugsmuster nur noch wirkungsvoller und lasse sich leichter in großer Zahl einsetzen.
Offen bleibt, wie genau die Angreifer KI eingesetzt haben und ob ähnliche Kampagnen auch in anderen Ländern oder gegen andere Firmen laufen.
WARUM DAS WICHTIG IST
Solche Betrugsmails wirken durch KI-Unterstützung glaubwürdiger und können Firmen sowie ihre Mitarbeitenden leichter täuschen als frühere Betrugsversuche.
WAS DU JETZT TUN KANNST
- Zahlungsaufforderungen telefonisch prüfen Ruf bei ungewöhnlichen Zahlungswünschen per E-Mail direkt bei der Person an, die angeblich schreibt. Nutze dafür eine dir bekannte Telefonnummer und nicht die aus der verdächtigen E-Mail.
- Absenderadresse genau kontrollieren Schau dir die vollständige E-Mail-Adresse an, nicht nur den angezeigten Namen. Betrüger nutzen oft Adressen, die sich nur durch kleine Buchstaben- oder Domain-Unterschiede vom Original unterscheiden.
- Bei Zeitdruck und Geheimhaltung misstrauisch werden Betrüger drängen häufig auf schnelle und geheime Überweisungen. Nimm dir Zeit, hol dir eine zweite Meinung von Kolleginnen oder Kollegen, bevor du handelst.
- Zahlungen von mehreren Personen prüfen lassen Richte in deiner Firma eine feste Regel ein, dass größere Zahlungen immer von mindestens zwei Personen freigegeben werden müssen. So kann eine einzelne gefälschte E-Mail keinen Schaden anrichten.